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Periskop 2008 / 01
Dorit Gade
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Editorial


Fehlender Schulabschluss - Ursachen für Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen

Derzeit verlassen mehr als acht Prozent aller Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. Bis 2010 möchte die Bundesregierung die Zahl der Schulabbrecher halbieren, denn ein fehlender Schulabschluss ist eine der Hauptursachen von Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen.

Wir sind der Frage nachgegangen, welche beruflichen Perspektiven sich dieser Zielgruppe bieten. Welche Möglichkeiten gibt es aus diesem Teufelskreis auszubrechen? Haben diese Jugendlichen überhaupt eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben oder bleibt ihnen nur die Aussicht als Hilfeempfänger vom sozialen Netz zu profitieren?

Wir führten ein Gespräch mit dem Bezirksbürgermeister von Neukölln, Herrn Buschkowski, aus dessen Sicht die Ursache für die schlechte Situation dieser Jugendlichen vor allem durch strukturelle Fehler begründet ist, die leider von der Politik nicht angegangen werden.
Wir haben mit dem Landesschulrat Herrn Pokall gesprochen und gefragt, wie die Schule auf diese Problematik eingeht. Neben einer guten Ausbildung und viel Eigeninitiative der Lehrer ist besonders das Elternhaus gefordert. Die Möglichkeiten, Druck auf Eltern auszuüben, ihre Kinder während der Schulzeit zu unterstützen, sind mit den gegenwärtigen Mitteln sehr gering.

Mit dem Geschäftsführer des Jobcenters Neukölln sprachen wir insbesondere über die Schüler mit Migrationshintergrund, die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen. Diese Zielgruppe hat es noch weit schwerer, weil sie häufig keine Unterstützung aus dem Elternhaus erfahren und kulturelle und soziale Unterschiede dies zusätzlich erschweren.

Wir stellen das Projekt „Partnerschaft Schule – Beruf“ der IHK Berlin vor, eine Initiative, die den Austausch zwischen Schulen und Betrieben fördern soll, damit die Probleme beider Seiten besser verstanden und effektiver angegangen werden können.

Georg Jäntgen beschreibt aus seiner praktischen Arbeit als Leiter des Büros für Fachkräftelösungen bei der DEKRA Akademie GmbH die Erfahrungen und die Perspektiven dieser Zielgruppe und kommt zu dem Schluss, dass vieles möglich ist, wenn nur der Wille der Jugendlichen vorhanden ist.

Kerstin Kruse, Referentin für Jugendsozialarbeit im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, stellt in ihrem Artikel die Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ vor. Schwerpunkte sind hierbei die Verbesserung der frühkindlichen Bildung und die Umsetzung des Konzeptes „Jugend Ausbildung und Arbeit“, das die Chancen besonders förderbedürftiger Jugendlicher sowie Altbewerberinnen und Altbewerbern auf Ausbildungsplätze erhöhen soll.

Frau Dr. Böhm vergleicht die Situation der Jugendlichen ohne Schulabschluss mit den Jahrgängen 1929-1931 sowie 1964 und 1971. Sie untersucht die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Marktchancen der Jugendlichen.

Für die Redaktion

Dorit Gade
Projektkoordinatorin im AFB e.V.