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Periskop 2000 / 01
Heidemarie Rubart
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Kontinuum
Der Beratungsauftrag von kontimuum e. V. im Rahmen des IdA-Programms

Heidemarie Rubart, wissenschaftliche Mitarbeiterin, kontinuum e.V.

 

Seit Anfang 1999 bietet kontinuum e.V., Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Personalberatung ein umfangreiches Paket an Beratungsleistungen für die Beraterinnen und Berater des IdA-Programm den Trägern an. Das Angebot ist unentgeltlich, da es durch die Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales und aus Mitteln des ESF gefördert wird.

Die Beauftragung von kontinuum erfolgte aufgrund der umfangreichen Erfahrungen, die kontinuum im Rahmen der vorangegangenen Projekte wie "Wirtschaftsnahes Assessment Center" und insbesondere dem "Integrationsmodell zur Unterstützung von ausgebildeten jungen Fachkräften beim Übergang in den Arbeitsmarkt" sammeln konnte.

In diesen Projekten wurden u.a. Antworten darauf gesucht, welche Bedingungen einflußnehmend auf erfolgreiche Bewerbungsstrategien in den ersten Arbeitsmarkt sind und welche ehe Mißerfolge erzeugen. Auch stellte kontinuum in den vergangenen Jahren eine Brücke zwischen den Arbeitssuchenden auf der einen Seite und kleinen und mittelständischen Unternehmern auf der anderen Seite über Assessment Center Potentialanalysen, aufbauend auf den Anforderungsprofilen dieser Unternehmen, her.

Basierend auf diesen Erfahrungen konzipierte kontinuum mit entsprechenden thematischen Schwerpunkten ein Beratungs-Trainings- und Coachingmodell für Integrationsberater/-innen des IdA-Programms der Träger, mit dem Ziel, Integrationsberater/-innen bei ihrer komplexen, schwierigen Aufgabe zu begleiten, zu beraten und für sie ein `maßgeschneidertes` Trainings- und Supervisionsangebot für die Stärkung bzw. Entwicklung der hierfür erforderlichen Kompetenzen bereit zu stellen.

Zugleich beinhaltet der Auftrag, die Erfahrungen der IdA-Berater/innen zu evaluieren, zu dokumentieren und sie den Fachkreisen in der fördernden Senatsverwaltung, den kooperierenden Servicegesellschaften gsub, ZIZ und SPI sowie allen anderen kooperierenden Institutionen (wie Bezirksämtern und Arbeitsämtern u.v.a.m.) zur Verfügung zu stellen.

Durch die Mitarbeit im "Pilotprojekt-Querschnittscontrolling - IdA I" war es kontinuum möglich, die dort gemeinsam erarbeiteten Wirkungsindikatoren zur Einschätzung des "Erfolgs" des IdA-Programms zu einem sehr früheren Zeitpunkt in den IdA-Berater-Gruppen vorzustellen und als Instrumentarien für eine Einschätzung von ehemaligen Sozialhilfeempfängern einzuführen.

Die Befragung der Berater/innen, die zu Beginn, zur Mitte und Ende des Jahres durchgeführt wurden, erbrachten - auf Basis der Wirkungsindikatoren - ein erstes Bild zur Einschätzung von fast 1000 Teilnehmer/innen (Sozialhilfeempfänger/innen) am IdA-Programm I, das allen Interessenten im Rahmen eines vielbeachteten Fachworkshops vorgestellt werden konnte (Erhebungsergebnisse können bei kontinuum zum Selbstkostenpreis angefordert werden).

Seit Anfangsbeginn begleitet das kontinuum-Team, deren Mitglieder aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik, Erwachsenenbildung und Betriebswirtschaft kommen, 5 Coachinggruppen für Berater/innen aber auch für Regiekräfte mit Führungsaufgaben. Hier werden u.a. der Bedarf an Abstimmung und Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Träger befriedigt, das kontinuum-Angebot aktualisiert und Workshops initiert bzw. vorbereitet.

Bislang wurden Seminare/Trainings zu folgenden Themen durchgeführt:

- Konfliktmanagement
- Zeit-/Selbstmanagement
- Motivationstraining
- Gesprächs- und Verhandlungsführung
- Stressbewältigung
- Mitarbeiterführung
- Präsentationstechniken/Moderationsmethode
- Projektmanagement
- Kaufmännische Projektsteuerung
- Zwischen- und Endverwendungsnachweis von IdA-Maßnahmen
- Bewerbungsstrategien, -gespräche, -unterlagen
- Berufswegplanung/Berufsbilder
- Selbst- und Fremdeinschätzung/Potentialanalyse
- Internet/Arbeitsmarkt und Recherche
- Anforderungsprofile von Unternehmen/Personalauswahl
- Arbeitsrecht
- Sucht

Diese Themen werden auch in diesem Jahr vertiefend oder mit anderen Schwerpunkten angeboten, auch im Hinblick darauf, daß wieder neue Mitarbeiter/innen eingestellt wurden und viele andere im letzten Jahr nicht alle Angebote wahrnehmen konnten.

Als neue Themen kommen im ersten Halbjahr 2000 z.B. hinzu:

- Beratungsgespräche führen
- Telefontraining
- SGB III-Neuregelung
- Mobbing
- Qualitätsmanagement im IdA-Programm
- Umgang mit Datenschutzgesetzen und Sozialdaten

Für alle IdA-Mitarbeiter/innen gibt es die Möglichkeit, Einzelcoaching in Anspruch zu nehmen und seit Mitte 1999 existiert eine Supervisionsgruppe zur Fallbesprechung.

Auch zukünftig werden darüber hinaus die in diesem Jahr schon modellhaft durchgeführten sog. "Eigeninitiativ-Trainings" den Trägern für ihre Teilnehmer/innen angeboten. Sie bestehen aus einer Kompaktwoche mit nachfolgenden Coachingtagen und sind für maximal zehn motivierte IdA-Teilnehmer/innen konzipiert. Im Rahmen dieses Angebotes wird denjenigen, die bereits über Motivation und Arbeitstugenden verfügen und nur noch einen kleinen Anstoß benötigen, um den Schritt i n Ausbildung oder Arbeit zu wagen, eine Woche lang das Know-how von kontinuum zur Verfügung gestellt. Inhalte der Trainingswoche sind Bestandsaufnahme, Zielfindung, Entwicklung von individuellen Bewerbungsstrategien, Stellenrecherche in Zeitungen und Internet, Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Initiativbewerbung, Vor- und Nachbereitung von Vorstellungsgesprächen und Outfit-Beratung.

Zu den Aufgaben von kontinuum gehört auch die Durchführung von Fachworkshops zu aktuellen Themen (Dokumentationen sind ebenfalls bei kontinuum zum Selbstkostenpreis zu beziehen). Ergebnis eines Fachworkshops war die Bildung von themenbezogenen Fachgruppen. Sie sollen die Foren bilden, in denen sich Vertreter der IdA-Projekte, des Senats, der Arbeits- und Sozialämter zusammenfinden, um gemeinsam an der Lösung von Problemen zu arbeiten, die sich bei der Realisierung des IdA-Programms zeigen:

- Fachgruppe "Vorauswahl/Vorschaltmaßnahmen"
- Fachgruppe Finanzsicherheit/Träger stabilisieren/Finanzsicherheit für einzelne Projekte schaffen
- Fachgruppe Kooperation/Vernetzung
- Fachgruppe Beschäftigungsfelder/Qualifizierung

Hier werden auch Überlegungen für die künftige Programmgestaltung angestellt. Die Fachgruppen werden von kontinuum moderiert und fachlich begleitet. Die Ergebnisse werden dokumentiert und den am IdA-Programm beteiligten Personen und Institutionen als Arbeitsgrundlage, z.B. für weitere Perspektivplanungen, zur Verfügung gestellt.

Derzeit wird von kontinuum ein sogenanntes "virtuelles Marktbüro" eingerichtet, über das zum einen aktuelle Stellenangebote, Praktikumplätze, Beratungs- und Weiterbildungseinrichtungen und zum anderen auch Wege zu Unternehmen aufgezeigt werden, an die man sich eigeninitiativ wenden kann. Diese Informationen stehen den Integrationsberatern demnächst im Netz zur Verfügung. Der Zugriff auf das "virtuelle Marktbüro" wird über die Homepage von kontinuum - eingebettet in die Internetpräsenz des Beratungsverbundes des Senates - möglich sein. Damit wird für die Nutzer ein direkter, dezentraler Zugriff auf die benötigten Informationen gewährleistet.

Für Teilnehmer/innen am IdA-Programm ergibt sich außerdem die Möglichkeit, sich über die Eigeninitiativ-Trainings Kompetenz- und Tätigkeitsprofile zu erarbeiten und diese im Netz zu präsentieren. Auch können die IdA-Berater/innen Recherchebedarfe für ihre Teilnehmer bei kontinuum anmelden. Damit kann einer ziel- bzw. bedarfsorientierten Analyse Rechnung getragen werden.

Besonderer Wert wird auch auf die Vernetzung mit der Berliner Weiterbildungsdatenbank, Weiterbildungsträgern und im Internet präsenten Jobbörsen gelegt. Dies ermöglicht den Integrationsberater/innen den Zugriff auf eine umfassende Informationspalette für ihre Beratungsarbeit mit ehemaligen Sozialhilfeempfängern - sowohl im Hinblick auf deren soziale Probleme als auch im Rahmen der Entwicklung von Eigeninitiative und Orientierung auf den ersten Arbeitsmarkt.