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Periskop 2000 / 01
Berichte der Einsatzstellen
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Berichte der Einsatzstellen


Von Sonja Kubisch, Koordinatorin der Berliner Mobilitätshilfedienste, VdK
Herrn Lehnert, Schulleiter der Albert-Einstein-Oberschule und
Esther Freimuth, Verwaltungsleiterin, Humanistischer Verband

 

Die Berliner Mobilitätshilfedienste - ein Einsatzfeld für Teilnehmer/innen von IdA-Maßnahmen

Die Berliner Mobilitätshilfedienste, die in allen Bezirken ältere und behinderte Menschen auf ihren Wegen außerhalb der eigenen Wohnung begleitet, blicken auf eine mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit langzeitarbeitslosen Menschen und Sozialhilfeempfänger/-innen zurück.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales sorgt in jedem Bezirk für die Basisfinanzierung eines Mobilitätshilfedienstes. Zusätzlich zu den vom Senat finanzierten Mitarbeiter/innen sind in den Diensten Menschen tätig, die über Maßnahmen der Arbeitsförderung (ABM, SAM), das Bundessozialhilfegesetz (BSHG § 19) und seit Juli 1999 über das Programm "Integration durch Arbeit" (IdA) finanziert werden.

Mit dem Programm IdA wurde eine Möglichkeit geschaffen, Sozialhilfeempfänger/-innen für ein Jahr zu beschäftigen und ihnen gleichzeitig Qualifizierung anzubieten. Diese Möglichkeit bestand bisher ausschließlich für Empfänger/innen von Leistungen des Arbeitsamtes. Aus dieser Perspektive ist die neue Fördermaßnahme also ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Kombination aus Beschäftigung und Qualifizierung ist für die Teilnehmer/innen allerdings nur dann von Nutzen, wenn ihnen zum einen eine Möglichkeit der Beschäftigung geboten wird, die sie als sinnvoll empfinden, und wenn zum anderen die Qualifizierung auf diese Tätigkeit abgestimmt ist und darüber hinaus Perspektiven für die Zeit nach Ablauf der Förderzeit öffnet.

Da die Mobilitätshilfedienste nicht selbst Beschäftigungsträger sein können, ist für die Durchführung der IdA-Maßnahmen die Zusammenarbeit mit Vereinen oder Verbänden nötig, die als Beschäftigungsträger auftreten. Eine erste Maßnahme über die Servicegesellschaft SPI wurde im Juli 1999 mit "pro futura e.V." als Beschäftigungsträger begonnen. Eine weitere Maßnahme über die Servicegesellschaft gsub begann im Januar 2000 mit dem "Verein zur Förderung von Arbeit, Forschung und Bildung e.V.". Weitere IdA-Projekte mit letztgenannten Beschäftigungsträger sind in Vorbereitung. Die Berliner Mobilitätshilfedienste treten in diesem Zusammenhang als "Einsatzstellen" auf. Die Zusammenarbeit zwischen Beschäftigungsträger und Einsatzstellen birgt die Chance, daß sich die Erfahrungen der Kooperationspartner in den Bereichen der praktischen Beschäftigung und der theoretischen Qualifizierung ergänzen, erfordert aber ein hohes Maß an Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit. Ist dieses nicht gegeben, können am Ende die Teilnehmer/innen der Maßnahme die Leidtragenden sein.

Die Berliner Mobilitätshilfedienste stellen insofern ein geeignetes Einsatzfeld für Teilnehmer/innen von IdA-Maßnahmen dar, als diese in der Begleitung älterer Menschen, die z.T. seit längere Zeit ihre Wohnung nicht verlassen haben, schnell Erfolgserlebnisse sehen und weil sie sich i.d.R. schnell in die bestehenden Teams integrieren können.

Einarbeitungskonzepte der Mobilitätshilfedienste tragen zur effizienten und qualifizierten Einarbeitung der Teilnehmer/innen bei. Allerdings ist auch nicht jeder dafür geeignet, mit älteren Menschen umzugehen. Daher sollte bereits bei der Auswahl im Bezirksamt, d.h. vor den eigentlichen Bewerbungsgesprächen, erfragt werden, wer an dieser Art von Tätigkeit interessiert ist und wer dazu in der Lage ist. Eine Verpflichtung von Sozialhilfeempfänger/innen zur Aufnahme der Tätigkeit erscheint hier nicht vertretbar. Im übrigen sollte dafür gesorgt werden, daß die Teilnehmer/innen auch finanziell einen Vorteil verspüren, wenn sie der Tätigkeit im Rahmen von IdA nachgehen. Gerade alleinerziehende Mütter können sich derzeit eine solche Tätigkeit kaum "leisten". Eine Entlohnung nach BSHG § 19 erscheint aus Sicht der Verfasserin angemessen.

Die Berliner Mobilitätshilfedienste haben im Rahmen ihres "Praxisorientierten Qualitätshandbuch" Rahmenpläne für die Qualifizierung von Teilnehmer/innen z.B. in Maßnahmen der Arbeitsförderung entwickelt. Auf diese konnte bei der Erstellung des Curriculums für die IdA-Maßnahmen zurückgegriffen werden.

Die berlinweit tätige Koordinationsstelle der Berliner Mobilitätshilfedienste unter Trägerschaft des Sozialverbandes VdK Berlin-Brandenburg e.V. unterstützt besonders in der Vorbereitung der IdA-Maßnahmen die Kooperation zwischen der Servicegesellschaft, den Bezirken, dem Beschäftigungsträger und den einzelnen Mobilitätshilfedienstes und begleitet die fachliche Umsetzung der Maßnahmen. Der Einsatz der Teilnehmer/innen in verschiedenen Mobilitätshilfediensten ermöglicht es dem Beschäftigungsträger, die Qualifizierung genau auf die Zielgruppe abzustimmen.

Die Erfahrung, die die Projektleiter/innen der Mobilitätshilfedienste mit den Teilnehmer/innen der IdA-Maßnahmen gemacht haben, unterscheiden sich nicht wesentlich von ihren Erfahrungen in der Arbeit mit Sozialhilfeempfänger/innen, die über das Bundessozialhilfegesetz finanziert werden oder Teilnehmer/innen in Arbeitsfördermaßnahmen. Zumindest die Mehrheit sieht in der Maßnahme eine Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, sich theoretisch weiterzubilden, Kontakte zu Kollegen/innen zu knüpfen und die weitere berufliche Entwicklung zu planen. Für andere stellt schon die Tatsache, einen "geregelten" Tagesablauf zu haben, eine positive Veränderung dar.

"IdA II" beinhaltet gegenüber der ersten Auflage des Programms zwei positive Veränderungen: Die sog. "Vorschaltmaßnahme", in der Sozialhilfeempfänger/innen vor Beginn der einjährigen Maßnahme in der Einsatzstelle hospitieren, hat sich als sinnvoll erwiesen, da alle Beteiligten prüfen können, ob eine Zusammenarbeit für die Dauer eines Jahre möglich ist. Die Option eines Praktikums innerhalb der IdA-Maßnahme stellt eine weitere Verbesserung gegenüber der ersten IdA-Variante dar, da sie, wenn das Praktikum gut vor- und nachbereitet wird, eine mitunter notwendige Korrektur der Wahrnehmung des Arbeitsmarktes durch die Teilnehmer/innen bewirken und deren Chancen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz verbessern kann.
Die Veränderungen in "IdA II" lassen vermuten, daß das Programm offen für weitere Entwicklungen ist. Alle Beteiligten sollten es mit Blick auf die bestmögliche Förderung der Teilnehmer/innen weiterhin evaluiert, diskutieren und ausgestalten.

Sonja Kubisch

 

Einsatzort Schule

Für die Dauer eines Jahres arbeiteten bei uns zwei Lehrerhilfen in der Bibliothek, eine Bürohilfe in der erweiterten Schulleitung und ein Hausmeisterhelfer. Letzterer konnte wegen seiner bereitwilligen Einsatzfreude umfassend eingesetzt werden. Er trug zur Pflege der Außenanlage wesentlich bei, konnte kleinere Reparaturen mit dem Hausmeister oder nach dessen Anleitung auch selbständig ausführen, so daß die Instandhaltung des Gebäudes durch diese Tätigkeit erleichtert wurde. Dienstgänge des Hausmeisters führen zwangsläufig zu Zeiten, in denen der Eingangsbereich des Gebäudes unbeobachtet wirkt. Ein Hausmeisterhelfer sorgt allein durch seine Anwesenheit für eine gesteigerte Sicherheit vor unbefugten schulfremden Personen. Ein Hausmeisterhelfer, der wie der uns zugewiesene seine Tätigkeit als sinnvoll zum Wohle einer Schule, damit zum Wohle von Schülerinnen und Schülern, erkennt, erfährt die ihm und seiner Arbeit gebührende Anerkennung, was wiederum seine Einsatzfreude bestätigt.

Lehrerhelfer, die in der Bibliothek eingesetzt waren, haben wir nach kurzer Zeit der Einarbeitung als so zuverlässig erkannt, daß wir diesen beiden Kräften den Ausleihbetrieb übertragen konnten. Damit verbunden ist ein Service, der den Lehrern Klassensätze von Unterrichtsbüchern und Lektüren auf Anforderung bereitstellt und die Ausleihverwaltung vollständig übernimmt. Der Nebeneffekt dieses Verfahrens ist ein hohes Maß an Zuverlässigkeit im Ausleihverfahren bei gleichzeitiger Minimierung des Schwundes.

Als Bürohilfe konnten wir eine in Polen ausgebildete Lehrerin in der Schulverwaltung einsetzen. Die umfangreichen Verwaltungsarbeiten einer Schule mit 1100 Schülern, davon allein mehr als 400 in der reformierten gymnasialen Oberstufe haben einen hohen Anteil "Sachbearbeiter-Tätigkeit", die schulisches Verständnis voraussetzt. Da diese Vorbedingung erfüllt war, konnte die zugewiesene Bürohilfe als Unterstützung der erweiterten Schulleitung höchst effektiv eingesetzt werden, obwohl sich aus den Datenschutzbestimmungen eine Einsatzbeschränkung hinsichtlich des Umgangs mit Schülerdaten ergab.

Im Bereich der Unterstützung der Lehrkräfte dieser Schule liegt die Tätigkeit dieser Hilfskräfte im Bereich Druck. Dabei geht es um die Vervielfältigung von Druckvorlagen, die die Lehrer erstellen, Klassensatzstärke mit einer Maschine, die nach dem Riso-Verfahren arbeitet. Es genügt eine kurze Einarbeitungszeit. Der Effekt liegt auch hier nicht nur in der Unterstützung der Lehrkräfte, sondern auch in sachgerechtem Umgang mit Maschine und Material durch eine sich verantwortlich fühlende Fachkraft, die Wartungsintervalle vergrößert und Material erspart.

Der fortwährende Einsatz derartiger Helfer(innen) unterstützte die Arbeit einer Schule meßbar.

Herr Lehnert

 

Einsatz von IdA-Arbeitskräften im Humanistischen Verband Deutschland, I.V. Berlin e.V.

Im Rahen des Programms "Integration durch Arbeit und Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit - Arbeit für Sozialhilfeempfänger/-innen, Arbeitslose, insbesondere für junge Menschen" (IdA) im Sinne von Festkostenzuschüssen nach § 19 Abs. I BSGH waren seit Ende Januar 2000 im Humanistischen Verband Deutschland 6 Mitarbeiterinnen im Büro und 2 Mitarbeiter als Hausmeisterhilfskräfte tätig.

Die Mitarbeiterinnen wurden in verschiedenen Geschäftsstellen bzw. Projekten unseres Verbandes eingesetzt, so zum Beispiel in der Landesgeschäftsstelle im Bereich Patientenverfügung und im Sekretariat, in der Selbsthilfekontaktstelle Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg, im Betreuungsverein, im Bereich Jugendfeier, bei unserem Jugendverband "Junge Humanistinnen" und in den Kindertagesstätten "Zum Hasenhügel" und "Prenzl`Zwerge". Die Mitarbeiterinnen fügten sich sehr gut in die einzelnen Teams ein und unterstützten mit ihrem Einsatz die oft umfangreiche und vielschichtige Arbeit in den Geschäftsstellen und Projekten. Zu den Arbeitsaufgaben gehörten Bürotätigkeiten, wie Bearbeitung des Postein- und -ausganges, einfache Schreibarbeiten am PC, Telefondienst, Kopierarbeiten bis hin zur Erledigung von Kurierdiensten und Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen. In den Kindertagesstätten freuten sich die Kinder und Erzieherinnen über liebevoll repariertes Spielzeug und Hilfe bei den alltäglich auftretenden technischen Problemen, die handwerkliches Geschick erforderten.

Die Mitarbeiter des Humanistischen Verbandes bedauern es sehr, daß gerade dieses Projekt aufgrund von haushaltspolitischen Zwängen unterbrochen werden mußte und die so hoffnungsvoll für alle Beteiligten begonnene Zusammenarbeit, betrachtet man insbesondere moralische und menschliche Aspekte, unerwartet abgebrochen wurde.

Esther Freimuth